ModellEisenbahnClub (MEC) Graz

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Anlagenbeschreibung

Holzzug - kleines Bild Das Thema der 31,5 m² (7,5 x 4,2 m) großen Anlage ist eine öster-reichische Mittelgebirgslandschaft im Zeitraum 1950 bis 1970. Die zweigleisige, elektrifizierte Hauptstrecke mit Durchgangsbahnhof wird von einer eingleisigen Bergstrecke und von einer Schmalspur-strecke berührt. Der Hauptbahnhof besitzt eine Drehscheibe, einen Rundschuppen und eine Bekohlungsanlage. Weiters verfügt er über sieben Durchgangsgleise, Nebengleise, zwei Gütergleise und sechs Gleise zur Güterzugbildung. Er liegt inmitten einer Kleinstadt, durch welche die eingleisige Strecke auf einem Damm mit 30‰ Steigung führt, während die zweigleisige Strecke im Tal zwischen mehreren Tunneln verläuft. Entlang der Bergstrecke liegen zwei Dörfer mit Haltepunkten und einem kleinen Bahnhof. Diese verschwindet in einer Galerie.

Galerie - kleines Bild Entlang der zweigleisigen Hauptstrecke liegen der Haltepunkt einer Wohnsiedlung und ein Badeteich mit Campingplatz. In der Stadt sind sämtliche Gebäude, die zum Teil selbst gebaut wurden, beleuchtet, ebenso wie eine Vielzahl von Automodellen. Hunderte von Modellfiguren beleben die Straßen. Wohin man blickt, findet man liebenswerte kleine Details und nette Ideen, wie etwa eine Verbrecherjagd. Und sogar akustisch spielt die Anlage so manches Stückerl; so hört man das typische „dadag” der ungeschweißten Schienenstöße bzw. beim Befahren von Brücken. Fast alle Signale und 39 Weichen sind komplett im Eigenbau entstanden. Bisher wurden über 350 m Schienen, ca. 15 km Kabel und 119 Weichen verlegt. Rund die Hälfte aller Weichen wurde im Bereich der Bahnhöfe St. Michael, St. Michael-Lokalbahn und Blumau-Wald eingebaut.


Der Werdegang des ModellEisenbahnClubs (MEC) Graz

Bekohlungsanlage - kleines Bild Es begann mit der Begeisterung jener, die sich ihren Kindheitstraum von einer eigenen Modelleisenbahn verwirklichen wollten und so fand am 18. Dezember 1957 im Anschluß eines Lesertreffens der auch heute noch existierenden Zeitschrift „Eisenbahn/Modelleisen-bahn” die Gründung des MEC Graz statt. Ursprünglich wollte man die grazer Zweigstelle des „Ersten österreichischen Modelleisenbahn-clubs” werden, zumal der EÖMEC in Wien schon seit 1948 bestand und einen gewissen Bekanntheitsgrad hatte. Zum Glück wurde der Verein schließlich aber doch als selbständiger „ModellEisenbahnClub (MEC) Graz” gegründet.

Lokalbahnwaggon - kleines Bild Als Vereinslokal diente zunächst ein Gasthof, in dem dann zahlreiche Pläne entstanden. Um diese in die Tat umsetzen zu können, mußten aber erst geeignete Clubräume gefunden werden. Die anschließende Suche nach Clubräumlichkeiten führte den jungen Verein in ein zur ehemaligen Kommandatur der Lazarettkaserne gehörendes, im 19. JH. errichtetes, Nebengebäude. Dieses wurde kurz zuvor noch als notdürftiger Lagerraum für Lampen von einem damaligen Elektrounternehmen in der Lazarettgasse genutzt. Daher mußte mit umfang-reichen Sanierungsarbeiten begonnen werden, die, mehr schlecht als recht, erst 1958 ihren Abschluß fanden. Diese Räume stehen dem Club auch noch heute zur Verfügung. Aber nun standen wenigstens die Raummaße fest, mit denen man ans Planen gehen konnte. So sollte im rund 7,5 x 5,5 m großen Hauptraum die Modellanlage errichtet werden. Im zweiten, kleineren Raum sollte die Werkstatt samt einem Abstellbahnhof und einer großen Wendel entstehen und in einem kleinen Zubau war die Errichtung der Steuerung vorgesehen. Ein gesonderter Aufenthaltsraum konnte durch die beengten Verhältnisse nicht verwirklicht werden.

Tunnelportal - kleines Bild Im Gegensatz zu anderen, in jenen Pioniertagen entstanden Anlagen, legten die grazer Modellbahner großen Wert auf eine möglichst realistische, nicht mit Gleisen und Häusern überladene Landschafts-gestaltung. Auf der Anlagenfläche von 31,5 m² sollte ein großzügiger Bahnhof an einer zweigleisigen Talstrecke mit einer eingleisigen Bergnebenstrecke in einer Mittelgebirgslandschaft entstehen. Die Mehrheit der damals rund 50 Mitglieder befürwortete diesen Vorschlag, so daß ein dreidimensionales Modell der zukünftigen Anlage gebaut wurde, um die optische Wirkung der Landschaft prüfen zu können. Eifrig wurden Unterlagen gesucht, zahlreiche Bahnhöfe wurden fotografiert und die dazugehörigen Pläne gezeichnet. Ebenso wurde umfangreiche Fachliteratur studiert und viele Exkursionen entlang der Bahnstrecken unternommen. So entstand eine Anlage in einer Landschaft und nicht ein Wirrwarr von Gleisen mit Häusern und etlichen Bäumen. Nachdem entschieden war, die Anlage an Ort und Stelle in einem Stück, und nicht aus kleinen Teilstücken in Heimarbeit, zu bauen, wurde mit der Errichtung der Holzunter-konstruktion im hinteren Anlagenbereich begonnen. Oft wurde an Wochenenden durchgearbeitet, manchmal sogar nachts, nur um sichtbare Fortschritte zu erreichen.

Stellwerk - kleines Bild Gleichzeitig wurde mit der Gestaltung des Hintergrundes angefangen, den ein Mitglied mit Pulverfarben auf die Wand malte. Nach dem Errichten des Grundgerippes wurden die Trassenbretter und darauf die Gleise verlegt, wobei die Weichen - sowohl aus Kostengründen als auch der technischen Daten wegen - in völligem Selbstbau entstanden. Bald konnte man die erste Lokomotive auf ein (Probe)Gleis setzen und bewegen, denn von fahren konnte noch keine Rede sein. Aber das tat der Begeisterung keinen Abbruch, wir waren auf dem richtigen Weg. Der Zusammenhalt des Clubs wurde durch private Treffen in den einzelnen Familien gefestigt. Selbst wenn ihre Männer nicht daheim am Basteltisch saßen, wußten die Frauen doch, wo und womit diese die viele Zeit verbrachten; beim Häuser kleben oder Bäume wickeln etwa. Bei letzterem waren übrigens auch die Frauen eifrig beteiligt, denn sonst hätten wir nicht etwa 4.000 Bäume auf unsere Anlage setzen können.

Bautrupphütte - kleines Bild Nun ging es zur Landschaftsgestaltung, welche aus Draht, Papier, Gips, Leim und eingefärbten Sägespänen geformt wurde. In der genannten Bauweise wurde von hinten nach vorne gebaut, als Abschluß entstand der großzügig angelegte Bahnhof mit der Drehscheibe und dem Heizhaus. In den folgenden Jahren wurde das Hauptaugenmerk auf die Detaillierung der Anlage gelegt; so entstanden Häuser im Selbstbau, Modellautos mit kleinen Glühbirnen beleuchtet, Straßen bevölkert und nachträglich auch noch eine Feldbahn, ohne Betriebsmöglichkeit, eingebaut. Die elektrische Steuerung wurde mit Hilfe von ausrangierten Relais und Kabeln der Post gebaut, wobei das Gleisbildstellpult mehrere Umbauten und Verbesserungen erfuhr.

MOROP-Logo Um das technische Fachwissen zu verbessern, bewarb sich der MEC Graz um die Durchführung des 1974 stattgefundenen 20. MOROP-Kongresses (MOROP = Verband der europäischen Modelleisenbahnfreunde) und bekam den Zuschlag. Dieser war ein weiterer Ansporn für alle Mitglieder, wollte man doch dem aus ganz Europa anreisenden Fachpublikum eine möglichst perfekte Anlage zeigen.

Hausbau - kleines Bild Aber jetzt ging es erst richtig los mit der Arbeit, hatten sich doch über 200 Teilnehmer angesagt. Im Rahmen dieser Veranstaltung wurden Fahrten mit Dampflokomotiven auf der Strecke Leoben - Hieflau, durch das Gesäuse über Selzthal - St. Michael und zurück nach Graz, sowie auf den Schmalspurstrecken Weiz - Birkfeld und Preding - Stainz organisiert. Den Abschluß bildete ein Festessen am grazer Schloßberg und eine Sonderfahrt, auf der damals noch bestehenden Schmalspurstrecke von Sarajevo nach Medschedscha.

Dieses Programm wäre freilich ohne die Unterstützung des heute nicht mehr existierenden Reisebüros Steirerbus und der grazer Stadtverwaltung nicht durchführbar gewesen.

Schienenbus - kleines Bild Aufgrund der immer kleiner werdenden Zahl von Mitgliedern, kamen die Arbeiten bald darauf fast zum Erliegen. Nach zahlreichen Todesfällen und Austritten, war am Beginn der achtziger Jahre der Mitgliederstand auf ganze zwei Aktive und zwei Förderer gesunken. Dennoch wurde der Club am Leben erhalten. Ab 1985 kamen stetig neue Mitglieder der jungen Generation zum Verein, so daß sich der Mitgliederstand auf derzeit rund 10 Aktive (Stand 2004) stabilisiert hat. Diese neuen Mitglieder begannen 1989 mit einer umfangreichen Sanierung der Clubräumlichkeiten, die 1990 weitgehend abgeschlossen werden konnte. In den folgenden Jahren wurde in erster Linie die elektrische Steuerung verbessert, an Stelle der Feldbahn ein funktionsfähiger Schmalspurbahnhof gebaut und 1995 der Schattenbahnhof automatisiert. Außerdem wurde der bereits in den Originalplänen vorgesehene, aber aus zeitlichen Gründen vor 1974 nicht mehr ausgeführte, Abrollberg errichtet und Teile der Landschaft restauriert. Daneben wurden kleinere Streckenänderungen, an der Bergstrecke sowie an der Gleislage im Hauptbahnhof, vorgenommen. Derzeit noch immer nicht abgeschlossene Projekte sind der Aufbau einer optisch funktionsfähigen Oberleitung auf den Talstrecken sowie die Erneuerung der Stadt mit dem Einbau des „Faller-Car-Systems”, um neues Leben in die Anlage zu bringen ...

Schmalspur - kleines Bild Seit einigen Jahren gibt es mehrmals jährlich einen öffentlichen Fahrbetrieb, um das Interesse an der Modelleisenbahn wieder zu erwecken. Die kleine Welt einer Modelleisenbahn fasziniert natürlich nicht nur auf all jene stets aufs Neue, die sich dem Hobby ohnehin schon verschrieben haben, sondern auch die zahlreichen „kleinen und großen” Besucher, von denen der eine oder andere dann auch sein Herz endgültig an dieses zeitlose Hobby verliert und so unsere Gemeinschaft stärkt.



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